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So
, 10
15:00
Operette

Casanova

Revue-Operette
Text von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch | Musik von Johann Strauss | Für die Bühne bearbeitet von Ralph Benatzky
2 Std. 40 min (inkl. 25 min Pause)
Casanova – berüchtigt als Herzensbrecher und in den Geschichtsbüchern verzeichnet als Lebemann und Kosmopolit. Doch was wäre, wenn den notorischen Frauenheld Zweifel ob seiner Verführungskunst, ja, gar seiner Männlichkeit ergreifen? In einer humorvollen Nacherzählung seiner Biografie stürzt sich Casanova in einen sich über alle gesellschaftliche Kreise ziehenden Liebesreigen. Als ihn seine flüchtigen Damenbekanntschaften – von der spanischen Tänzerin Dolores bis zur österreichischen Kaiserin Maria Theresia – unerwartet mit ihren eigenen Vorstellungen über Spiel und Macht in Liebesdingen konfrontieren, stößt Casanova an die Grenzen seiner schon zu Lebzeiten lancierten Legende. Doch nicht nur das: Die Begegnung mit einer verlobten Frau bringt schließlich sein Selbstbild als überzeugter Polygamist ins Wanken. Wem wird Casanova am Ende treu bleiben – einer heimlichen Liebe oder seinem Ruf?

Ralph Benatzkys rasante Revue-Operette zieht unter Verwendung von Kompositionen von Johann Strauss einen Querschnitt durch das illustre Leben Casanovas, mit Stationen in Venedig, Saragossa, Wien und Potsdam. Schon bei der Uraufführung 1928 ließ sich das Berliner Großstadtpublikum begeistern von der Komik, den virtuosen Tanzeinlagen, der rauschenden Opulenz und nicht zuletzt der walzerseligen und melodienreichen Musik – schwelgen Sie also im „Rausch der Genüsse“!

Programmheft „Casanova“

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Pressestimmen
27.6.2022
BR Klassik
Der Frosch geht an die Staatsoperette für CASANOVA
BR-KLASSIK gratuliert der Staatsoperette Dresden, dem Regieteam und allen Mitwirkenden zu großem Operettenmut in besonders schwierigen Theaterzeiten!

Mitreißend: Wie die Aufführung trotz der teils amüsanten, teils didaktischen Unterbrechungen in der Männer-WG Fahrt aufnimmt und zu einem rasanten Revue-Rhythmus findet. Chor und Ballett stürzen sich mit Wonne in diesen Bilder-Rausch und werden dabei von Jörn-Felix Alt – sonst selbst auf der Bühne – flott und witzig choreographiert.

Aha-Effekt:
(Einer von vielen): Wie Jeanette Oswald als kapriziöse Ballerina Barbarina in wechselnden, herrlich-grotesken Revue-Garderoben immer mal wieder über die Bühne schwebt und schließlich als Riesenschneekristall glänzt.

Bewegend:
Wie Matthias Störmer in der Titelrolle die Tiefschläge souverän wegsteckt, die ihm das Libretto verpasst. Ein innerlich zwischen seinem Ruf als Frauenheld und seinem von der politischen Korrektheit zermartertem schlechten Gewissen Zerrissener – und trotzdem stimmlich und darstellerisch ein echter Verführer.

Erstaunlich:
Wie modern das Frauenbild in dieser Operette ist. Lauter selbstbewusste Charaktere, an denen sich Casanova oft vergeblich abarbeitet. In Dresden wird dieser Aspekt besonders betont durch die starke Frauenriege im Ensemble, allen voran die keuschheitsbesessene Kaiserin Maria Theresia der Ingeborg Schöpf. Steffi Lehmann als gar nicht fromme Helene gibt eine selbstbestimmte Ehefrau, aber auch die Komiker glänzen: Dietrich Seydlitz als lüstern-verlogener Keuschheitskommissar und vor allem das proletarische Buffopaar Andreas Sauerzapf als Costa – Casanovas Leporello – und Florentine Schumacher als seine herrlich burschikose Trude aus Berlin.

Reizvoll:
Schon 1928 unterlief Casanova als dramaturgisch zugespitzte Revue gängige Operettenklischees. Wie hier starke Frauen, eingepackt in grandiose Revuebilder, dem legendären Lebemann lustvolle Lektionen erteilen, macht den besonderen Reiz dieser Operette aus. Und in Dresden wird diese Dramaturgie pointiert auf die Spitze getrieben. Wie das Stück ist auch die Inszenierung ein Vergnügen sowohl für den Kopf, als auch für die Sinne. Das gilt umso mehr für die Musik. Das Orchester der Staatsoperette unter der Leitung von Christian Garbosnik kostet die originellen Klangmischungen dieser Partitur genüsslich aus. Wunderbar, wie hier Straußklänge auf jazzige Saxophon-Effekte treffen, Foxtrott und Polka, Walzer und Tango geschmeidig ineinander übergehen.

20.6.2022 | Heiko Nemitz
Dresdner Morgenpost
„In heißen Küssen hab‘ ich, ja gelebt …“
Die Staatsoperette hat die Revue „Casanova“ zeitgemäß neu eingerichtet. Ein hochunterhaltsamer Abend

Das Orchester (musikalische Leitung: Christian Garbosnik) spielt die Melodien und Ohrwürmer durchaus walzerselig und beschwingt, und doch auch nachdenklich, oft in Moll gestimmt. […] Edith Kollaths Kostüme strotzen vor schriller Fantasie […] Ein Ohren- und Augenschmaus.
Die Staatsoperette setzt mit „Casanova“ ein schönes Ausrufezeichen hinter die Reihe der Revue-Ausgrabungen dieser Saison.
20.6.2022 | Andreas Schwarze
Dresdner Neuste Nachrichten
Frauenheld in der Identitätskrise
Ralph Benatzkys Rokoko-Revue „Casanova“ hatte Premiere in der Staatsoperette

[…] Das Orchester der Staatsoperette unter Leitung von Christian Garbosnik holte stilsicher, wohlklingend und differenziert diesen hörenswerten Soundtrack in die Gegenwart. […] In der vermüllten Junggesellenbude Casanovas haust mit ihm sein Alter Ego in einer Art Schwulen-WG. Judith Wiemers hat sich für diese Szenen geistreiche Dialoge im heutigen Deutsch einfallen lassen. Mit dem mephistophelischen Peter Lewys Preston als Casanovas innerer Widerpart entstehen auf der Vorbühne sehr vergnügliche Momente. Der egoistische Hallodri soll geläutert werden. […]
[…] Die guten Witze macht an diesem Abend Dietrich Seydlitz, der ungekrönte König der komischen Nebenrollen. […] Als Buffopaar wirbeln Florentine Schumacher (Zofe Trude) und Andreas Sauerzapf (Costa, Diener Casanovas) so frech und gekonnt über die Szene […] Die gelungenste Revue-Nummer war der große Auftritt Barbarinas mit Chor und Ballett. Jeannette Oswald sang und tanzte brillant und wurde dafür zu Recht begeistert gefeiert. […]
20.6.2022 | Jens Daniel Schubert
Sächsische Zeitung
Wer verführt?
Die „Casanova“-Lesart der Staatsoperette ist tiefgründig hier und unterhaltsam dort.

Das Ensemble der Staatsoperette gibt alles, um einen unterhaltsamen Abend zu kreieren. Am Pult führt Christian Garbosnik mit Routine und Freude am Musizieren alleszusammen. Chor, Ballett und Orchester der Staatsoperette sind mit großem Engagement und ausdrucksstark dabei. […] Herauszuheben sind die Noblesse und das harsche Reagieren von Ingeborg Schöpf als Kaiserin. Den Gestus der Revue-Operette bedient Jeannette Oswald perfekt als Tänzerin, mit Bühnenpräsenz, tänzerisch überzeugend, augenzwinkerndem Spiel und mit guter Gesangstechnik. Matthias Störmer gibt der Titelpartie viel Nachdenklichkeit mit. […]
„Casanova“ an der Staatsoperette hat schöne Bilder. Mit schwungvoller Musik ist der Abend unterhaltsam, nachdenklich und heutig. Dafür gab es zur Premiere begeisterten Applaus.

19.6.2022 | Joachim Lange
Die Deutsche Bühne
Verführer im Selbstgespräch
[…] Das eingespielten Hausensemble aus genreerfahrenen Protagonisten, Ballett und Orchester hatte natürlich mit Johann Strauss und Ralph Benatzky nicht nur zwei tote, sondern zwei todsichere Komponisten beziehungsweise Bühnenkönner auf ihrer Seite. Wie ein gut gemachtes Einzelstück sitzt jede Nummer in den sieben Bildern. Alles, was von Strauss kommt und bei Christian Garbosnik und seinen Musikern danach klingt, sowieso. […]
Das, was in den Dialogen Casanovas mit seinem Alter Ego, in den Texten von Judith Wiemers, hinzugefügt ist, kommt nämlich als leichtfüßig, treffsicherer Schlagabtausch wie in einer Boulevardkomödie mit Hintersinn daher. Peter Lewys Preston findet dafür als Alter Ego einen geistreichen Ton. […]
19.6.2022 | Ingrid Gerk
Online Merker
Casanova
[…] Der gut singende Chor (Einstudierung: Thomas Runge), das gut tanzende Ballett in oft witzigen Formationen, wie dem Häschen-Ballett der Ballett-Häschen in Wien (allzu wörtlich genommen), Soldaten, Sittenpolizei, Nonnen usw. (Choreografie: Jörn-Felix Alt) und das Orchester der Staatsoperette (Musikalische Leitung: Christian Garbosnik) bildeten eine gute Grundlage für das Solisten-Ensemble, von dem die prächtig singende und spielende Ingeborg Schöpf als Kaisern Maria Theresia ihrer Rolle Profil und Niveau verlieh, und Christina Maria Fercher als von gleich mehreren begehrte Laura mit Anmut, Charme und niveauvollem Schöngesang die Herzen eroberte und keine Wünsche offen ließ.
[...] Als Barbarina konnte die über allem in einem Schwebe-Rahmen schwebende Jeannette Oswald überzeugen, die echt revuemäßig sang und tanzte, und als kesse Berliner Göre namens Trude Florentine Schumacher mit ihrem beachtlichen komödiantischen Darstellungstalent. […] Dominica Herrero Gimeno konnte sich als feurig-spanische Dolores selbst spielen. […] Die Kostüme von Edith Kollath sind teils raffiniert geschnitten, teils – typisch Revue – in schillernder Farbigkeit mit Glanz und Glamour und auch mit witzigen Einfällen.