
Mogelpackung „Zukunftspakt Kultur“?
Die Landeshauptstadt Dresden hat umfangreiche Sparpläne im Kulturbereich vorgelegt. Auch die städtischen Theater sind direkt betroffen. Ab 2028 sollen Staatsoperette, tjg. theater junge generation und HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in einen Eigenbetrieb Bühne überführt werden. Außerdem sind Kürzungen von rund 7,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Auswirkungen für die Staatsoperette wären erheblich.
Stellenabbau und Identitätsverlust
Als Theaterbetrieb benötigen wir für die Planung und Gestaltung unseres Spielplans langfristige Sicherheiten. Wenn der sogenannte „Zukunftspakt Kultur“ eine Mehrheit im Dresdner Stadtrat findet, könnten die kurzfristig fehlenden Mittel nur durch drastische Reduzierungen in den Bereichen Angebot und Personal ausgeglichen werden.
An allen drei Häusern im Eigenbetrieb Bühne droht ein Stellenabbau von bis zu 25 % der rund 425 Arbeitsplätze. Die Staatsoperette könnte Ballett und Chor sowie Teile ihres Solo-Ensembles und Orchesters verlieren – und damit existenzielle Grundpfeiler ihres künstlerischen Profils.
Kündigungen ließen sich nur mit einer Verdopplung der Ticketpreise, einer Halbierung des Spielplans oder einer massiven Vermietung des Saals für kommerzielle Veranstaltungen abwenden. Der Repertoirebetrieb mit wechselnden Inszenierungen in seiner heutigen Form würde enden.
Für eine Zukunft mit Perspektive
Seit 2023 hat die Staatsoperette durch Einsparungen wiederholt Einschnitte im Spielbetrieb in Kauf nehmen müssen. Zwischen 2009 und 2021 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsoperette für den Neubau im Kraftwerk Mitte auf acht Prozent ihres Gehalts verzichtet. Dieses einzigartige Engagement darf nicht umsonst gewesen sein. Die Staatsoperette braucht eine nachhaltige und sichere Zukunftsperspektive mit umsetzbaren Planungs- und Gestaltungsräumen.
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