Die Staatsoperette Dresden

Seit Dezember 2016 spielt das Ensemble der Staatsoperette Dresden im Kraftwerk Mitte - im Zentrum der Stadt. Auf dem Gelände des einstigen Kraftwerks Mitte, entstand ein Theaterkomplex, der die denkmalgeschützten Industriebauten genial mit modernen Zweckbauten vereint. Die zentrale Lage in der Innenstadt, die attraktive Spielstätte und der vielseitige Spielplan ziehen seitdem das Publikum magisch an.

Ein unglaublich sinnliches Erlebnis – jeden Abend

Ein Film von Raphael Howein
Operette, Musical und Spieloper in Dresden: Das Ensemble der Staatsoperette ist Experte für hochwertiges Unterhaltungstheater und gehört zu den wenigen Theatern im deutschsprachigen Raum, die sich genau diesen Genres verschrieben haben - und das schon seit über 70 Jahren.
Für die Ensemblemitglieder bedeutet das vor allem eines: Sie sind Allroundkünstler. Sänger und Sängerinnen, Chor, Ballett und auch die Mitglieder des Orchesters verfügen über das musikalische und darstellerische Können, um den hohen Anforderungen des abwechslungsreichen Spielplans gerecht zu werden. Sängerinnen Sänger, die auch tanzen können oder Tänzerinnen und Tänzer, die singen – an der Staatsoperette Dresden ist das keine Seltenheit.

Zum Repertoire gehören beliebte Operetten-Klassiker wie »Frau Luna«, »Die lustige Witwe« oder »Die Csárdásfürstin«. Auch in Sachen Musical verfügt das Haus über eine beachtliche Bandbreite. Bekannte und berühmte Musicals wie »My Fair Lady« oder Kurt Weills erfolgreichstes Broadway-Musical »Ein Hauch von Venus« stehen neben brandneuen Werken - wie »Der Mann mit dem Lachen« - auf dem Spielplan. Die dritte Säule des Repertoires ist die Oper. Stücke wie etwa »Die Zauberflöte«, »Gianni Schicchi« und »Hänsel und Gretel« sind an der Staatsoperette Dresden zu sehen.
Im Zuge einer Repertoire-Erweiterung kam 2016/17 der Ballettabend »María de Buenos Aires« von Astor Piazzolla hinzu. Im April 2018 folgte »Die Dreigroschenoper«.

Der programmatische Schwerpunkt der Spielzeit 2019/20 liegt auf den Anfängen des Unterhaltungstheaters, den ab der Jahrhundertwende entstandenen großen Shows, Revuen, Musicals und Operetten. Die Auswahl der Premierenstücke fiel auf das Musical »Follies«, die Operetten »Die Banditen« und »Casanova« sowie das Familienmusical »Emil und die Detektive)«. Dazu kommt gleich zu Saisonbeginn die Revue »HIER und JETZT und HIMMELBLAU«, ein Auftragswerk der Staatsoperette Dresden.
Zeitgemäß interpretiert und dennoch dem Zeitgeist der Werke entsprechend wird die Umsetzung der Premierenstücke sein, für die renommierte Regisseure  erfrischende Lesarten gefunden haben.

Ein fester Bestandteil ist die theaterpädagogische Arbeit. Umfangreiche Angebote und Projekte (u.a. Orchesterprobenbesuche, Schülerwerkstätten, Vor- und Nachbereitungs-Workshops) führen Kinder und Jugendliche spielerisch an das Musiktheater heran.

Zahlreiche CD-Produktionen (»Radiomusiken«, »Catch Me If You Can«, »Passion«, Johann-Strauss-Edition, »Wonderful Town«, »Zzaun!«) dokumentieren das hohe Niveau des Ensembles und erweitern den nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad des Hauses.

In Zusammenarbeit mit der musikwissenschaftlichen Abteilung der Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« wurden diverse wissenschaftliche Tagungen sowie eine Ringvorlesung organisiert. Der Tagungsband »Operette unterm Hakenkreuz« (2007/08) gehört inzwischen zu den Standardwerken der Operettenliteratur. Ergänzend kamen Werkmonografien zu »The Firebrand of Florence«, »Orpheus in der Unterwelt« und »Wonderful Town« hinzu. Im Juni 2019 erschien zudem das Buch »... was verloren ging - Operettenkultur nach 1933«.

Besonders zu erwähnen sind Kooperationen mit anderen kulturellen Institutionen (Dresdner Musikfestspiele, Kurt Weill Fest Dessau) sowie die Nachwuchsförderung in Zusammenarbeit mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates und der Dresdner Musikhochschule »Carl Maria von Weber«.

Das neue Haus

Der 700 Plätze fassende Saal verfügt über optimale akustische Bedingungen für die Genres Operette und Oper. Für das Musical, bei dem Stimmen und Instrumente genrebedingt mikrofoniert, verstärkt und über Lautsprecher übertragen werden, wurde ein variables Akustiksystem installiert. Schallabsorber-Elemente wie ausfahrbare Stoffsegel und große aufblasbare Schläuche aus einem speziellen Folienmaterial wurden an der Decke des Zuschauerraums installiert. Dieses System verringert die Nachhallzeit und absorbiert damit besonders auch die tiefen Frequenzen.
Der Saal punktet mit ansteigenden Zuschauerreihen, einer hervorragenden Sicht von allen 700 Plätzen, einer lang vermissten Klimaanlage und ist natürlich barrierefrei.
Eine Übertitelanlage ermöglicht, dass bei fast allen Produktionen die gesungenen und gesprochenen Texte in Deutsch und Englisch mitgelesen werden können. 
Die Bühne ist mit 396 m² groß genug, um Solisten, Chor und Ballett in ihren opulenten Kostümen besser zur Geltung zu bringen. 
Seiten- und Hinterbühne bieten ausreichend Platz, um in den Inszenierungen interessante und effektvolle Bühnenbilder zu realisieren. Die Bühne verfügt über einen hohen Schnürboden, einen Bühnenwagen mit integrierter Drehscheibe und mit Drehring.
Mithilfe der elektronischen Steuerung sind vielfältige und überraschende Verwandlungen möglich. Die neue Versenkung ermöglichst erstmals Auftritte und Abgänge von der Unterbühne aus und wurde bereits mehrfach, u. a. in »Frau Luna« eingesetzt.
Der neue Orchestergraben bietet ausreichend Platz für bis zu 65 Musiker, die nun nicht mehr – wie in der alten Spielstätte – zu zwei Dritteln unter einer Betonplatte sitzen müssen, sondern die Sängerinnen und Sänger erstmals hören und so mit ihnen in einem besseren Zusammenspiel musizieren und sie begleiten können.