Die Staatsoperette Dresden

Die Staatsoperette ist in Dresdens Neuer Mitte angekommen – seit Dezember 2016 spielt das Ensemble im Zentrum der Stadt. Hier, auf dem Gelände des einstigen Kraftwerks Mitte, entstand ein Theaterkomplex, der die denkmalgeschützten Industriebauten genial mit modernen Zweckbauten vereint. Die zentrale Lage in der Innenstadt, die attraktive Spielstätte und der vielseitige Spielplan ziehen seitdem das Publikum magisch an.

Ein unglaublich sinnliches Erlebnis – jeden Abend

Ein Film von Raphael Howein
Operette, Musical und Spieloper in Dresden: Das Ensemble der Staatsoperette ist Experte für die heiteren und unterhaltenden Seiten des Musiktheaters. Das Haus gehört zu den wenigen Theatern im deutschsprachigen Raum, die sich genau diesen Genres verschrieben haben - und das schon seit über 70 Jahren.
Für die Ensemblemitglieder bedeutet das vor allem eines: Sie sind Allroundkünstler. Sänger und Sängerinnen, Chor, Ballett und auch die Mitglieder des Orchesters verfügen über das musikalische und darstellerische Können, um den hohen Anforderungen des abwechslungsreichen Spielplans gerecht zu werden. Sängerinnen Sänger, die auch tanzen können oder Tänzerinnen und Tänzer, die singen – an der Staatsoperette Dresden ist das keine Seltenheit.

Zum Repertoire gehören beliebte Operetten-Klassiker wie »Frau Luna«, »Im Weißen Rössl« oder »Die Csárdásfürstin«. Auch in Sachen Musical verfügt das Haus über eine beachtliche Bandbreite. Bekannte und berühmte Musicals – ab Januar 2019 steht wieder »My Fair Lady« auf dem Programm –, aber auch ganz brandneue Werke findet man im Spielplan, wie beispielsweise »Zzaun! - Das Nachbarschaftsmusical« oder »Der Mann mit dem Lachen« (Uraufführung am 27. April 2019).
Die dritte Säule des Repertoires ist die Oper. Stücke wie etwa »Die Hochzeit des Figaro«, »Die Zauberflöte« und »Hänsel und Gretel« sind an der Staatsoperette Dresden zu sehen. Im Zuge einer Repertoire-Erweiterung kam 2016/17 der Ballettabend »María de Buenos Aires« von Astor Piazzolla hinzu. Im April 2018 folgte »Die Dreigroschenoper«.

Ein fester Bestandteil ist die theaterpädagogische Arbeit. Umfangreiche Angebote und Projekte (u.a. Orchesterprobenbesuche, Schülerwerkstätten, Vor- und Nachbereitungs-Workshops) führen Kinder und Jugendliche spielerisch an das Musiktheater heran.

Zahlreiche CD-Produktionen (»Radiomusiken«, »Catch Me If You Can«, »Passion«, Johann-Strauss-Edition, »Wonderful Town«, »Zzaun!«) dokumentieren das hohe Niveau des Ensembles und erweitern den nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad des Hauses.

In Zusammenarbeit mit der musikwissenschaftlichen Abteilung der Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« wurden diverse wissenschaftliche Tagungen sowie eine Ringvorlesung organisiert. Der Tagungsband »Operette unterm Hakenkreuz« (2007/08) gehört inzwischen zu den Standardwerken der Operettenliteratur. Ergänzend kamen Werkmonografien zu »The Firebrand of Florence«, »Orpheus in der Unterwelt« und »Wonderful Town« hinzu.

Besonders zu erwähnen sind Kooperationen mit anderen kulturellen Institutionen (Dresdner Musikfestspiele, Kurt Weill Fest Dessau) sowie die Nachwuchsförderung in Zusammenarbeit mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates und der Dresdner Musikhochschule »Carl Maria von Weber«.

Das neue Haus

Der 700 Plätze fassende Saal verfügt über optimale akustische Bedingungen für die Genres Operette und Oper. Für das Musical, bei dem Stimmen und Instrumente genrebedingt mikrofoniert, verstärkt und über Lautsprecher übertragen werden, wurde ein variables Akustiksystem installiert. Schallabsorber-Elemente wie ausfahrbare Stoffsegel und große aufblasbare Schläuche aus einem speziellen Folienmaterial wurden an der Decke des Zuschauerraums installiert. Dieses System verringert die Nachhallzeit und absorbiert damit besonders auch die tiefen Frequenzen.
Der Saal punktet mit ansteigenden Zuschauerreihen, einer hervorragenden Sicht von allen 700 Plätzen, einer lang vermissten Klimaanlage und ist natürlich barrierefrei.
Eine Übertitelanlage ermöglicht, dass bei ausgewählten Produktionen die gesungenen und gesprochenen Texte in Deutsch und Englisch mitgelesen werden können. 
Die Bühne ist mit 396 m² groß genug, um Solisten, Chor und Ballett in ihren opulenten Kostümen besser zur Geltung zu bringen. 
Seiten- und Hinterbühne bieten ausreichend Platz, um in den Inszenierungen interessante und effektvolle Bühnenbilder zu realisieren. Die Bühne verfügt über einen hohen Schnürboden, einen Bühnenwagen mit integrierter Drehscheibe und mit Drehring.
Mithilfe der elektronischen Steuerung sind vielfältige und überraschende Verwandlungen möglich, wie z. B. das Gefängnis in »Die Fledermaus«, das bei offenem Vorhang von der Hinterbühne bis an die Rampe sichtbar für das Publikum hereingefahren wird. Die neue Versenkung ermöglichst erstmals Auftritte und Abgänge von der Unterbühne aus und wurde bereits mehrfach, u. a. in »Frau Luna« eingesetzt.
Der neue Orchestergraben bietet ausreichend Platz für bis zu 65 Musiker, die nun nicht mehr – wie in der alten Spielstätte – zu zwei Dritteln unter einer Betonplatte sitzen müssen, sondern die Sängerinnen und Sänger erstmals hören und so mit ihnen in einem besseren Zusammenspiel musizieren und sie begleiten können.