Das Orchester der Staatsoperette Dresden

Ob Operette, Musical oder Spieloper – das Orchester der Staatsoperette Dresden zählt dank seiner enormen stilistischen Bandbreite zu den vielseitigsten Klangkörpern in Deutschland: Neben klassischer Operettenliteratur (Jacques Offenbach, Franz von Suppé, Johann Strauss, Carl Millöcker u.a.), Operetten der sogenannten »Silbernen Ära« (Franz Lehár, Emmerich Kálmán u.a.) und Werken der frühen 1920er und 30er Jahre (Ralph Benatzky, Eduard Künneke, Paul Abraham u.a.) beinhaltet das vielfältige und weitgespannte Repertoire des Orchesters auch Opern von Wolfgang Amadeus Mozart über Albert Lortzing bis Georges Bizet sowie ein breites Musical-Repertoire von Frederick Loewe und Cole Porter über George Gershwin und Leonard Bernstein bis hin zu Stephen Sondheim, Andrew Lloyd Webber und zeitgenössischen Musical-Komponisten.
Überregionale Beachtung fand der Zyklus von in Vergessenheit geratenen Operetten von Johann Strauss: »Der Carneval in Rom« (2004), »Das Spitzentuch der Königin« (2007) und »Prinz Methusalem« (2010) sorgten beim Publikum wie bei Experten für Furore und bereichern in Gesamteinspielungen den CD-Markt. 2015 präsentierte die Staatsoperette mit »Cagliostro in Wien« nun das vierte bis dato unbekannte Werk aus der Feder des Walzerkönigs und schuf erneut ein Bewusstsein für den tatsächlichen Wert dieser Musik.
Zwischen 2006 und 2011 entstanden unter dem damaligen Chefdirigenten Ernst Theis in Zusammenarbeit mit dem MDR die CD-Edition »Radiomusiken« mit Kompositionen u.a. von Eduard Künneke, Max Butting, Mischa Spoliansky und Franz Schreker.
Seit der Spielzeit 2013/14 ist Andreas Schüller Chefdirigent an der Staatsoperette Dresden. Seinen ersten musikalischen Akzent eines stilistisch wie thematisch noch breiteren Repertoires setzte er mit der szenischen europäischen Erstaufführung von Kurt Weills Broadway-Operette »Viel Lärm um Liebe« (The Firebrand of Florence). Es folgten die vielbeachteten musikalischen Einstudierungen von Bedřich Smetanas »Die verkaufte Braut« (2014) in der originalen Dialogfassung, Nikolaij Rimskij-Korsakows »Das Märchen vom Zaren Saltan« (2015), »Orpheus in der Unterwelt« (2016) und »Die Hochzeit des Figaro« (2017).
Schon seit der Gründung des Orchesters im Jahre 1947 ist auch das Musical ein wichtiger Bestandteil des Repertoires. Dafür stehen die legendären DDR-Erstaufführungen von »My Fair Lady« (1965), »Sweet Charity« (1971), »Cabaret« (1976) und »Evita« (1987), die deutsche Erstaufführung von »Singin’ in the Rain« (1994), »Aspects of Love« (1997) und »The Beautiful Game« (2003) sowie die europäischen Erstaufführungen von »Victor / Victoria« (1998) und »Pardon My English« (2009). Hinzu kamen die Uraufführung des Opernmusicals »Rasputin« (2000) und – in jüngster Vergangenheit – die deutschen Erstaufführungen von »Passion« (2011) und »Catch Me If You Can« (2015). Die beiden letztgenannten Musicals sind ebenfalls als Gesamteinspielungen mit dem Orchester der Staatsoperette Dresden unter der musikalischen Leitung von Peter Christian Feigel auf CD erschienen.
Daneben widmet sich das Orchester auch vermehrt konzertanten Aufgaben: Sonderkonzerte, Kinder- und Familienkonzerte und theaterpädagogische Projekte gehören ebenso dazu wie Kooperationen mit anderen kulturellen Institutionen wie den Dresdner Musikfestspielen, der Dresdner Singakademie, dem Bachfest Dresden oder dem Kurt Weill Fest in Dessau. Besonders zu erwähnen ist die Nachwuchsförderung in Zusammenarbeit mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates und der Dresdner Musikhochschule »Carl Maria von Weber«.
Chefdirigent
1. Kapellmeister | stellv. Chefdirigent
1. koord. Kapellmeister | Supervisor Musical