nachgefragt!

Steffi Lehmann über ihre Rolle in „Die Csárdásfürstin”
Sylva Varescu: Was macht die Rolle besonders?
Die Sylva Varescu war schon seit Kindertagen eine Traumrolle für mich! Unvergessen bleiben mir die Fernsehnachmittage mit der einmaligen Marika Rökk als Csárdásfürstin (1951), die ich im Übrigen sehr verehre. Mit welchem Feuer, welcher Leidenschaft und welch‘ unbändiger Spielfreude sie da über die TV Bildschirme gefegt ist – das muss mich immens geprägt haben. Und genau diese Vielseitigkeit macht die Sylva Varescu besonders. Sie hat Temperament, ein feuriges Herz (aber aus Gold), sie liebt mit ganzer Seele, sie setzt sich als Varieté-Sängerin in einer von Männern dominierten Welt, mit allen Klischees, Vorurteilen und Diskriminierungen in einer unnachahmlichen Stärke durch. Die Csárdásfürstin ist hinsichtlich der Erscheinung, der Ausstrahlung und der Stimme einfach das optimale Gesamtpaket.

Lieblingslied und Lieblingsszene in der „Csárdásfürstin“?
Die Eröffnungsarie „Heia in den Bergen“ zählt zwar zu den wirklich bekanntesten Stücken aus dieser Operette, dennoch ist sie meine Lieblingsarie in diesem Stück. Sie ist der Einstieg und die große Personeneinführung Sylva Varescus. Für mich ist es schlicht das Größte, wenn sich der Vorhang öffnet, man eine strahlende Csárdásfürstin im Glitzeroutfit im Varieté sieht, die auf diesen ersten Moment wartet und ihre erste Arie präsentiert. Um mich herum die fantastischen Tänzerinnen des Balletts. Was kann man sich mehr wünschen?

Wie laufen die Proben?
Die Proben laufen sehr gut und hochkonzentriert, denn wir haben nur zwei Wochen Zeit, die gesamte, für mich neue Partie, auf die Bühne zu bringen. Zum Glück habe ich so liebe und fantastische Kolleginnen und Kollegen, die mich unterstützen, mir helfen, mich tragen.

Neu im Ensemble und in Dresden! Wie ist das so?
Obwohl ich in der Nähe der sächsischen Residenzstadt aufgewachsen bin, darf ich nun zum ersten Mal in meiner Heimat leben und arbeiten. Das ist ein großes Privileg, meine Familie ganz in der Nähe zu wissen! In den letzten zehn Jahren meiner Karriere habe ich immer in anderen Städten gelebt und gearbeitet, bin durch Konzertverpflichtungen und Gastspiele viel gereist, war nie an einem Ort.  Und so war mein Einstieg in der Staatsoperette ein „Nachhause kommen“. Ich fühle mich unglaublich wohl im Ensemble und wurde von meinen Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich aufgenommen. Und ganz nebenbei habe ich nun auch alle meine Sachen wieder an einem Ort.