Zehn Fragen an Mario Radicke

Fühlen Sie sich im Neubau schon zuhause?
Ja, auf alle Fälle. Das neue Haus ist mir sehr vertraut, ich kenne alle Wege schon im Schlaf. Jetzt muss nur noch etwas Routine in meinen Arbeitsalltag einziehen.  
Gibt es etwas, was Sie vermissen?
Mit Blick auf das alte Haus: nein, absolut nichts. 
Was begeistert Sie am meisten am neuen Haus?
Unsere Bühne und alles, was jetzt hier möglich ist. Ich bin unsagbar glücklich über die fantastischen technischen Möglichkeiten. 
Was war Ihr persönliches Highlight im Laufe des Bauprojekts?
Das weiß ich noch ganz genau: Das war der Moment, als wir in der Endverhandlung mit Züblin die Gewissheit hatten, dass der vorliegende Entwurf den Finanzrahmen nicht überschreitet und endlich gebaut werden kann. 
Was möchten Sie auf keinen Fall noch einmal durchmachen?
Die Entwurfsverhandlungen mit dem Generalübernehmer. Die ständigen Erklärungen und Rechtfertigungen und der zähe Kampf um notwendige technische Bedingungen und um jeden Quadratmeter haben mir manches graue Haar wachsen lassen.  
Hatten Sie jemals Zweifel, dass der Neubau nicht rechtzeitig fertig wird?
Ich würde lügen, wenn ich nein sage. Denn es war, glaube ich, oft sehr nah dran. Beispielsweise als sich zu Beginn durch Tiefbauarbeiten der Bau verzögerte oder auch später, während der Einbauten der Bühnentechnik. 
Haben Sie einen Lieblingsort im neuen Haus?
Das ist eindeutig unser Saal – und am schönsten ist es dort, wenn nach einer Vorstellung das Publikum begeistert Beifall klatscht. 
Wie läuft es mit dem neuen Nachbarn?
Ich habe nicht nur ein sehr schönes kollegiales, sondern sogar ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu meinem Nachbarn, dem tjg. Ich bin glücklich über den Austausch auf Augenhöhe mit meinem Amtskollegen Lutz Hofmann, dem Technischen Direktor vom tjg. 
Wie oft pendeln Sie zwischen dem Theater und den Werkstätten?
Jeden Montag, damit startet meine Arbeitswoche. Ich lege großen Wert darauf – trotz der räumlichen Entfernung – mit den Kolleginnen und Kollegen in den Werkstätten in engem Kontakt zu bleiben.
Worauf freuen Sie sich in der nächsten Saison am meisten?
Ich freue ich mich darauf, noch weitere technische Raffinessen, die unsere Bühnen-, Licht- und Tontechnik zu bieten hat, einzusetzen. Besonders gespannt bin ich jedoch auf die Übertitelungsanlage, die werden wir das erste Mal bei »Die lustige Witwe« einsetzen.  
   
Das Interview entstand im Juni 2017