Vom Spaß, eine Hexe zu sein

Andreas Sauerzapf über seine Rolle als Knusperhexe
Die Knusperhexe an der Staatsoperette zu singen, ist für mich gleichzeitig anspruchsvolle Aufgabe und eine unsagbare Freude! Für einen Spiel- oder Charaktertenor wie ich es bin, ist diese Partie eine ganz schöne Herausforderung und steht mit Sicherheit an der oberen Grenze der Fachpartien – also rein stimmlich betrachtet.

Ich muss mich hier mal outen: Engelbert Humperdincks »Hänsel und Gretel« ist meine Lieblingsoper! Wie wunderschön der Komponist volksliedhafte Melodien mit – man möchte fast sagen – wagnerhaften Passagen kombiniert, ist wahrlich meisterhaft. Und vor allem finde ich, dass »Hänsel und Gretel« keineswegs »nur« eine »Kinderoper« ist.

Vor zwei Jahren sagte meine Frau an meinem Geburtstag zu mir: »Zieh Dich schön an, wir fahren in die Stadt!«. Nun, wir fuhren tatsächlich zum Kärnterring und dann teilte sie mir meine Geburtstagsüberraschung mit: Sie hatte zwei Karten für die Generalprobe von »Hänsel und Gretel« an der Wiener Staatsoper organisiert. Christian Thielemann stand damals übrigens am Pult. Und als dann die Hörner der Wiener Philharmoniker zum Schutzengelchoral anstimmten, war ich selig.

Ich freue mich sehr auf die Vorstellungen, denn obwohl die Knusperhexe ja netto nur ungefähr 20 Minuten auf der Bühne steht – und diese 20 Minuten haben es in sich! – warten alle Kinder, sobald Hänsel und Gretel in den Wald gehen, auf den Moment, in dem sie auf die Hexe und ihr Lebkuchenhaus treffen.
Andreas Sauerzapf